Hifi-Apps▸Subwoofer-Positioning helfen bei der Inbetriebnahme von Subwoofern. Der Benutzer gibt dazu zunächst die Anzahl der verwendeten Subwoofer vor. Im Laufe der Messung wird er dann aufgefordert, die Subwoofern an bestimmte Positionen in diesem Bereich zu verschieben und an den Hörplätzen Testsignale aufzunehmen. Aus dem Ergebnis der Tests generiert die App einen angepassten Hörtest. Das Ergebnis von Messung und Hörtest ist eine umfassender Vergleich der verschiedenen Aufstellungspositionen sowie auf Wunsch Delays und und sonstiger elektronischer Korrekturen.
Die App zeigt vor Beginn der Messungen einige allgemeine Hinweise in Kurzform, ein Link führt zu der ausführlichen Version hier.

Voraussetzung

Falls mehrere Subwoofer eingesetzt werden, müssen diese gleich angesteuert sein. Falls ein Klangregelnetzwerk (Equalizer, FIR- oder IIR-Filter, Soundprozessor) verwendet wird, sollte dies bei der ersten Messung abgeschaltet sein.

Erklärung

Dieser Vorschlag ist nicht universell und mathematisch beweisbar. Schließlich haben auch viele Lautsprecher fest eingebaute Filter, von denen der Käufer nie erfährt, wenn er sie nicht öffnet und durchmisst. Aber: Zu Beginn jeder Messreihe muss das untersuchte System in einem klar definierten, reproduzierbaren Zustand sein. Das wird durch ein bereits vorher konfiguriertes Setup nicht besser. Außerdem zeigt sich manchmal erst nach der korrekten Positionierung von Subwoofern, Lautsprechern, Hörplätzen und Dämmmaterial wie viel besser der direkte Klang gegen dem elektronisch gefilterten Klang ist.

Polarität, Phase und Delay sollten (sofern vorhanden) bei der ersten Messung ebenfalls abgeschaltet bzw. neutral eingestellt sein.

Erklärung
Die Messungen sollten unter definierten Bedingungen starten. Im Idealfall zeigt sich, dass die gemessenen und per Hörtest ermittelten Werte mit den vorgeschlagenen Einstellungen in der Bedienungsanleitung des Verstärkers übereinstimmen. Andernfalls sollte dem Höreindruck die höchste Priorität gegeben werden. Messwerte können durch Reflexionen an den Wänden u.U. verfälscht werden.

Übergangsfrequenz

Die Positionierung der Subwoofer spielt eine entscheidende Rolle für den Klang. Trotzdem darf nicht hörbar sein, woher der Bass kommt. Dafür muss die Übergangsfrequenz (Crossover Frequency bzw. XO) 80 Hz oder tiefer sein. Grundsätzlich sollte die tiefste Frequenz gewählt werden, die die Lautsprecher verkraften.

  • Die wirkliche Übergangsfrequenz kann höher sein, als die elektronisch gewählte, da die Lautsprecher, ihre Gehäuse und der umgebende Raum ebenfalls physikalische "Weichen" sind.
  • Bei einer Übergangsfrequenz von z.B. 80 Hz mit 12 dB/Oktave ist 160 Hz um 12 dB abgeschwächt. Dieser Frequenzbereich bleibt also deutlich hörbar: 10 dB Unterschied wird als "halbe Lautstärke" wahrgenommen.
  • Windgeräusche in den Reflexkanälen (port noise) oder sonstige Verzerrungen der Subwoofer können ebenfalls hörbar sein und somit ihre Aufstellung verraten.
  • Unser Hörsinn ist sehr fein in der Lokalisierung tiefer Frequenzen, wahrscheinlich war das evolutionär von vitalem Interesse.
  • Sichtbare Lokalisierung führt zu psychoakustischer Lokalisierung. Bei Konzerten wird das Schlagzeug manchmal heller angestrahlt, wenn der Bass zu schwach hörbar ist.

Wie viele Subwoofer und wo die Positionierungen starten?

Der Zusammenhang zwischen Klangbild und Positionierung der Subwoofer ist sehr komplex. Erfahrungsgemäß solle deshalb nicht mit einer "besonders geschickt ausgedachten" Aufstellung sondern folgendem gängigen Schema gestartet werden:

  • Zwei Subwoofer sind deutlich besser als Einer, Vier Subwoofer meist besser als zwei [Welti Devantier]. Mehr (z.B. double bass arrays) sind für Spezialfälle.
  • Erster Sub: Zunächst(!) in der Ecke, nahe bei den Mains.
  • Zweiter Sub: Nicht in der Ecke, nahe dem Mittelpunkt einer Seiten oder der rückwärtigen Wand.
  • Weitere Subwoofer: Entfernt von 1 und 2, nicht auf dem Boden.
Diese Basis bietet einen guten Start für Verbesserungen: Der erste Subwoofer wird durch seine Eckposition höchstwahrscheinlich verschiedene Raummoden anregen, die für eine systematische Verbesserung identifiziert werden müssen. Einige Konstellationen haben sich als besonders günstig herausgestellt und sollten mit Messungen und Hörtests gegeneinander abgewogen werden.

ok

ok

ok

maybe ok

maybe ok

maybe ok

not ok

not ok


Die Aufstellung eines einzelnen Subwoofers in einer Raumecke sollte vermieden werden. Im Zweifel sollte er nahe bei den Hauptlautsprechern platziert werden. Häufig erweisen sich asymmetrische Aufstellungen mit 2 Subwoofern als günstig - Ein Versuch ist es sicherlich wert.


Literatur

[Welti Devantier] Todd Welti, Allan Devantier: Low-Frequency Optimization Using Multi Subwoofers. Harman International Industries Inc. Northbridge CA 91329 USA, Manuscript received 2006

[earl Geddes] mehlau.net/audio/multisub_geddes